Gastro-Kolumne: La dolce

vita im „Rosso de Sera“

 

Von Andrea Möller

Bei Heidi und Giorgio Stella war es Liebe auf den ersten Blick. 44 Jahre später

hält das Paar immer noch zusammen - sowohl im Privat- als auch im

Berufsleben.

Letzteres verschlug die gebürtigen Meraner nach Frankfurt,

wo sie im Laufe der Zeit mehrere Restaurants betrieben, respektive

betreiben: ab 1996 die Trattoria im Westend, ab 2004 das Stella in der

Innenstadt und seit März 2013 das Rosso de Sera in der früheren

Osteria Enoteca (Rödelheim).

Mit dem ehemaligen Sternerestaurant von Carmelo Greco und Roland

Brzezinski verbindet die beiden eine besondere Geschichte. „Die ersten

Schritte in der Frankfurter Gastronomie machten wir mit dem

Weinimport Genuine Selezione“, erinnert sich Giorgio Stella. „Und die

Osteria Enoteca zählte von Anfang an zu den Kunden.“ Die gemeinsame

Vergangenheit sei aber nicht der einzige Grund, sich für die Räume in

Rödelheim zu entscheiden. Denn der Stadtteil mache schon länger ein

positive Entwicklung durch und hätte seinen Bewohnern viel zu bieten.

Was seit Kurzem auch am Rosso de Sera liegt. Das neue Domizil der

Stellas präsentiert sich offen und einladend. Ohne die verhängten

Fenster der früheren Inhaber und vor allem ohne die abweisend

wirkende Türklingel. „Wir wollen schließlich mit und von den

Rödelheimern leben“, betont Heidi Stella. Dass ihnen das bereits einen

Monat nach Eröffnung gelingt, zeigen die gut besetzen Tische und

Stühle der „Winebar con Cucina“. Mit deren Einrichtung beauftragte das

Paar Alessandro Secchiati. „Er ist ein Jugendfreund meiner Frau und mir

und hat schon unser letztes Restaurant gestaltet“, erzählt Giorgio Stella.

Nach den Vorgaben der Betreiber tauchte der italienische

Innenarchitekt die Wände im unteren Bereich in sattes Rot. Das

breitgefächerte Weinsortiment setzte er in einem beleuchteten Regal in

Szene, das vom Boden bis zur Decke reicht und gleichzeitig als

Raumteiler dient. Im oberen Bereich geht es ebenso entspannt, aber

optisch etwas gediegener zu: Die Wände sind weiß gestrichen, die

Tische mit roten und gelben Tüchern gedeckt. Schönes Porzellan mit

filigranem Blumendekor ist hier und da geschmackvoll arrangiert.

Verbindende Elemente von „Winebar“ und „Cucina“, beziehungsweise

Restaurant sind die rot lackierte Decke und die modernen Lüster aus

Murano-Glas.

Stühle der „Winebar con Cucina“. Mit deren Einrichtung beauftragte das

Paar Alessandro Secchiati. „Er ist ein Jugendfreund meiner Frau und mir

und hat schon unser letztes Restaurant gestaltet“, erzählt Giorgio Stella.

Nach den Vorgaben der Betreiber tauchte der italienische

Innenarchitekt die Wände im unteren Bereich in sattes Rot. Das

breitgefächerte Weinsortiment setzte er in einem beleuchteten Regal in

Szene, das vom Boden bis zur Decke reicht und gleichzeitig als

Raumteiler dient. Im oberen Bereich geht es ebenso entspannt, aber

optisch etwas gediegener zu: Die Wände sind weiß gestrichen, die

Tische mit roten und gelben Tüchern gedeckt. Schönes Porzellan mit

filigranem Blumendekor ist hier und da geschmackvoll arrangiert.

Verbindende Elemente von „Winebar“ und „Cucina“, beziehungsweise

Restaurant sind die rot lackierte Decke und die modernen Lüster aus

Murano-Glas.

Ihre authentisch zubereiteten Gerichte bietet

Heidi Stella in beiden Bereichen an. Wer

zwischen der Arbeit und dem Abendessen

noch eine leckere Kleinigkeit genießen

möchte, bestellt sich zum Wein zwei bis drei

Cicchetti, also hausgemachte Häppchen (2

Euro). Für Gäste mit größerem Appetit hält

die Expertin für venezianisch-friaulische

Spezialitäten mehrere Antipasti, Primi und

Secondi Piatti sowie Dolci bereit. Der

knackige Rucola mit Kirschtomaten, Montasio und Walnussdressing (12 Euro)

bildet einen aromatischen Auftakt. Einziges Manko: Die in Spalten

geschnittenen Birnen hätten etwas reifer sein können. An den Tortelloni mit

einer Füllung aus grünem Spargel auf Gorgonzolafondue (nichts für

Kalorienzähler) gibt es aber genauso wenig zu kritisieren wie an den

Spaghetti in einer Sauce aus Tomaten und Chili mit Scampi. Sämtliche

Zutaten sind perfekt gegart und mit Fingerspitzengefühl gewürzt.

Berücksichtigt man die Produktqualität und die fachkundige Zubereitung,

erscheinen 15 und 17 Euro als durchaus angemessen. Auch mit der

gebratenen Dorade (18 Euro) zeigt die talentierte Autodidaktin, warum sie

bei Frankfurter Feinschmeckern einen sehr guten Ruf genießt: Zum

fangfrischen Fisch serviert sie klein gewürfelte Zucchini mit Biss und feinen

Reis. Liebe zum Detail bei jeder Komponente. Fisch verkaufen die Stellas

überhaupt sehr viel. „Der gehört ebenso zur venezianisch-friaulischen

Küche wie beispielsweise Wildgerichte“, sagt die Chefköchin.

Neben der kleinen, dynamischen Speisekarte garantiert das

Weinangebot große Abwechslung. 100 verschiedene Rebsäfte von

italienischen Winzern vereinen sich zu einem beachtlichen Sortiment,

das Giorgio Stella regelmäßig erweitert. „Nächste Woche bekommen wir

einige schöne Rotweine aus Spanien, Chile und Südafrika“, verrät der

Sommelier, der selbst am liebsten Weine aus seiner Heimat-Region

trinkt. Dass er und seine Frau fern von Norditalien leben und in der

Gastro-Branche arbeiten würden, hätten sie anfangs nicht gedacht.

Schließlich absolvierten beide eine kaufmännische Ausbildung, bevor

sie sich den Traum vom ersten eigenen Restaurant erfüllten.

 

Rosso de Sera, Rödelheim, Arnoldshainerstraße 2,

Telefon (069)76 80 95 80, www.rossodesera.com